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Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.

Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.

Wochenspruch, Jesaja 42,3

Bald liege ich, bald hüpfe ich auf einem Bein durch die heimischen Zimmer. Bald schnorre ich Mitleid, um eine Tasse Kaffee an den Platz zu bekommen. Die Grundversorgung ist gesichert. Mit einer geplatzten Achillessehne ist man eben nicht der Alte.

Orthopädische Schuhe helfen einem nicht umzufallen, zwei Krücken gaukeln einem, einen aufrechten Gang vor. Aber die Tasse bleibt nicht lange voll, wenn du von der Melittamaschine zu deinem Sitzplatz willst. Es ist schon ziemlich blöd, bei jedem Schritt auf Hilfe angewiesen zu sein. Da ist der Gedanke zu einem geknickten Rohr nicht sehr weit. Jeder, der vorübergehend oder dauerhaft ein Handicap zu bewältigen hat, weiß wohl darüber etwas zu berichten. Aber ein „geknicktes Rohr“ …? Den Gedanken zu vertiefen lohnt gar nicht. Das klingt verdächtig nach Selbstmitleid. JA – darin sind wir Menschen gut! Darin bin ich gut und geübt!
Da kommt der Wochenspruch gerade recht. Ein Vers der hoffen lässt. Denn gerne bin ich das geknickte Rohr, wenn ich nicht zerbrochen werde. Wenn die Aussichten gut sind, wenn es wieder wird! Dieses Bild steht für den Retter dieser Welt. Im Grunde spricht der Vers gar nicht von jemanden der „gerade etwas geknickt“ ist. Es geht um Jesus als Knecht und Diener, der gekommen ist, nicht um zu herrschen, sondern um zu dienen. Geboren in einer Handwerkerfamilie. Arbeitete als Zimmermann, hatte drei Jahre Zeit für das Evangelium. Er schrieb nie ein Buch, er hat nicht studiert, er regierte kein Land, er war nie militärisch aktiv, er entmachtete keinen Herrscher und dennoch ist er der Herr dieser Welt. Der Herrscher der Welt geknickt aber nicht am Ende, geknickt aber voll im Plan Gottes, geknickt und dennoch erfolgreich für alle, die an ihn glauben.

Nun halte ich für mich fest, daß ich zwar eine geknickte aber immer noch glimmende Ferse habe. 😊
Das wünscht man keinem. Aber viele haben solche oder so ähnliche Erfahrungen an ihrem eigenen Leib erfahren. Und die lassen einen erahnen, was es heißt, ein geknicktes Rohr zu sein. So wünsche ich allen, daß sie nicht darüber zerbrechen oder die Glut in ihnen erlischt.

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Autor(en)

Rudi

Rudi

Jugendmitarbeiter

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