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Himmlisches Jerusalem

Himmlisches Jerusalem

Lebensfremd oder was?

Anfang des Monats vor 447 Jahren wurde in Jena Johannes Matthäus Meyfart geboren.

Den kennst du nicht? Ich kannte ihn bis heute auch nicht.
Im Gottesdienst hatte ich etwas Zeit Gesangbuch zu blättern und stieß auf ein absolut krasses Lied: „Jerusalem, du hoch gebaute Stadt". (EG 150)

Mit absoluter Begeisterung formuliert J.M. Meyfart wie er sich darauf freut, in das himmlische Jerusalem zu gelangen. Für ihn ist es eine Freude, wenn er endlich dort ist. Und Gottes Reich sieht.

Das klingt nach Weltflucht. Das klingt nach einem, der hier nicht so richtig klarkommt. Das Gegenteil war der Fall. Gerade weil Gottes kommende Welt für ihn völlig real war, konnte er die Missstände seiner Zeit klarsehen. Und auch beim Namen nennen. So zum Beispiel die Hexenverfolgung. Die prangerte er massiv an und wurde dafür auf das schärfste kritisiert auch von evangelischer Seite.

Er konnte die Schwächen und Fehler seiner damaligen Zeit deutlich erkennen. Das konnte er, weil sein Blick durch Gottes Wort geschärft war.

Ich glaube, solche Menschen, die ihren Blick eindeutig auf Gott richten und sich von ihm prägen lassen, sind absolut wichtig. Denn sie können auch unseren Zeitgeist entlarven und das beim Namen nennen, was nicht richtig ist.

Dafür kann dieser Liederdichter aus längst vergangenen Zeiten eine echte Ermutigung sein.

Und falls du mal wieder Zeit Gottesdienst hast, dann lies doch dieses alte Lied: "Jerusalem, du hoch gebaute Stadt". Und lass dich begeistern von Gottes Welt. Damit du den Mut hast, unsere Zeit aus Gottes Perspektive zu sehen.

Und falls du nicht so lange warten möchtest, gibt es gleich hier den Text.

  1. Jerusalem, du hochgebaute Stadt,
    wollt Gott, ich wär in dir!
    Mein sehnend Herz so groß Verlangen hat
    und ist nicht mehr bei mir.
    Weit über Berg und Tale,
    weit über Flur und Feld
    schwingt es sich über alle
    und eilt aus dieser Welt.
  2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund,
    wann wirst du kommen schier,
    da ich mit Lust, mit freiem Freudenmund
    die Seele geb von mir
    in Gottes treue Hände
    zum auserwählten Pfand,
    daß sie mit Heil anlände
    in jenem Vaterland?
  3. O Ehrenburg, nun sei gegrüßet mir,
    tu auf der Gnaden Pfort!
    Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir,
    eh ich bin kommen fort
    aus jenem bösen Leben,
    aus jener Nichtigkeit
    und mir Gott hat gegeben
    das Erb der Ewigkeit.
  4. Was für ein Volk, was für ein edle Schar
    kommt dort gezogen schon?
    Was in der Welt an Auserwählten war,
    seh ich: sie sind die Kron,
    die Jesus mir, der Herre,
    entgegen hat gesandt,
    da ich noch war so ferne
    in meinem Tränenland.
  5. Propheten groß und Patriarchen hoch,
    auch Christen insgemein,
    alle, die einst trugen des Kreuzes Joch
    und der Tyrannen Pein,
    schau ich in Ehren schweben,
    in Freiheit überall,
    mit Klarheit hell umgeben,
    mit sonnenlichtem Strahl.
  6. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin
    im schönen Paradeis,
    von höchster Freud erfüllet wird der Sinn,
    der Mund von Lob und Preis.
    Das Halleluja reine
    man spielt in Heiligkeit,
    das Hosianna feine
    ohn End in Ewigkeit
  7. mit Jubelklang, mit Instrumenten schön,
    in Chören ohne Zahl,
    daß von dem Schall und von dem süßen Ton
    sich regt der Freudensaal,
    mit hunderttausend Zungen,
    mit Stimmen noch viel mehr,
    wie von Anfang gesungen
    das große Himmelsheer.
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Autor(en)

Sören

Sören

Jugendpfarrer

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